Kreative Regionen

Kreative Regionen

Warum machen sich Regionen überhaupt auf den Weg „Kreativwirtschaft“ auf ihre Agenda zu setzen. Ich versuche hier einige wesentliche Aspekte dieses Trends und Ansatzpunkte für deren Entwicklung herauszuarbeiten. Allen Akteuren gemein ist der Wunsch die oft als grau und traditionell wahrgenommene wirtschaftliche und soziale Ausrichtung einer Region durch Kreativität ein neues buntes Leben einzuhauchen. Ein Lebensgefühl das die Zukunft nicht nur in Wien, Berlin und San Francisco gemacht wird, sondern auch im unmittelbarem Lebensumfeld gestaltet werden kann. Erst haben sich Städte danach orientiert, doch immer mehr rücken auch ländliche Gebiete in den Fokus der Bemühungen. Durch die vorschreitende Digitalisierung und bessere Mobilität ist es nicht mehr nötig, als Kreativer die Stadt als Lebensmittelpunkt zu haben. So lässt sich beobachten, dass auch in kleineren Orten Kreative sich niederlassen und ihre „Nische“ aufbauen. Die spezifischen beruflichen Netzwerke erstrecken sich aber meinst über regionale und bis nationale Zentren. Der ländlichen Raum zeichnet sich daher oft weniger durch Kreativquartiere wie in Städten aus, sondern wird besonders durch temporäre Formate geprägt. Hier bildet die lokale zeitgenössische Kulturszene oft den Ausgangspunkt für die Kreativaktivitäten.  Sie sind oft der Dreh- und Angelpunkt für die Kreativschaffenden einer Region. Formate wie der „Landinger Sommer“ in Hinterstoder laden dazu ein, Sommerfrische und Austausch mit spannenden Leuten nicht dem Zufall zu überlassen, sondern einen gemeinsamen Rahmen zu geben. Noch etwas dichter und gezielter wird in Hallein gearbeitet. In der alten Saline auf der Pernerinsel treffen sich alljährlich etwa 200 Kreativschaffende zur „Schmiede“. Hier wird ausgehend von groben Ideen oder Entwürfen in 10 Tagen ein erster Prototyp geschmiedet. Kennenlernen, experimentieren und an einer konkreten Aufgabe Abarbeiten steht hier im Mittelpunkt und die Ergebnisse können sich sehen lassen. Kreativwirtschaft am Beispiel von Linz: Die Stahlstadt nutzte eine...

Die Krise aussitzen

Der Ruf nach wirtschaftlichem Fortschritt und technologischer Innovation begleitet uns mittlerweile täglich. Die Formeln Forschungsquote erhöhen, mehr Naturwissenschafterinnen heranzüchten, StartUps fördern und unternehmerisch denken lernen, hört man mittlerweile auch im Landgasthaus. Auch wenn dies alle wiederholen, so recht will der wirtschaftliche Motor dadurch auch nicht anspringen. Als ich groß wurde hatte ich noch das Gefühl, alles wird immer einfach besser.  Fast schon von alleine. Natürlich müssen wir auch weiterhin schön brav arbeiten, aber insgesamt ist der Weg in strahlende Zukunft schon angelegt. Der blöde sinnlose Kalte Krieg beendet, Europa vereint sich zur Friede-, Freude- und Eierkuchenunion und die Internetrevolution ermöglicht uns unbegrenzt Zugang zu fast eh allem und das ganze praktisch zum Nulltarif. Wie konnte es nur passieren, dass wir uns nun plötzlich in dieser Situation befinden, wo Österreich nicht mehr so toll ist. Sogar mit ganz schön viel Arbeitslosen. Anscheinend denkt auch die die Voest schon laut nach, die Hochöfen in Linz nach 2018 nicht mehr weiter zu betreiben. Wer sich an dieser Stelle wünscht, ich werde die Lösung für diese Situation präsentieren, den muss ich leider enttäuschen. Ich werde nicht in klassischer politischer Manier ein 5 Punkte Programm mit „In Österreich brauchts mehr …“ Phrasen liefern. Ich weiß es schließlich einfach (auch) noch nicht was es braucht. Die Anspannung und Ratlosigkeit hat sich mittlerweile schon in allen Kreisen etwas breit gemacht. Politiker müssen gute Stimmung machen und kompetent wirken, damit sie die allgemeine Unzufriedenheit immer wieder mit „Wir packen das schon …!“ Formeln durchbrechen. Wenn sie selbst mal überfordert sind oder nur mal nachdenklich sind, attestieren ihnen die Medien schlechte Krisenmanagement-Fähigkeiten. Zu Wu-Wei würde Holm Friebe in so einer Situation raten und wie ein Stein das Maleure aussitzen. Ja...